Was benötigt ein Konzept um am Markt erfolgreich zu werden? Meiner Meinung nach sind dazu verschiedene Punkte grundentscheidend.
A) Zum einen benötigt man Kunden / Nutzer. Diese wollen mit einer schlauen Masche (Marketing) möglichst kostengünstig angesprochen werden und denen sollte der Shop / die Seite aufgrund der gebotene Leistung wichtig werden. Schließlich bringt es einem als Betreiber nichts, wenn man ausschließlich auf Karteileichen hockt. Hierzu ist natürlich ein gutes Konzept für die Geschäftsidee unabdingbar, welche dem Internetnutzer einen Vorteil bringt und von diesem dann auch entsprechen genutzt wird. Hierbei sollte von vornherein darauf geachtet werden eine potenziell große Zielgruppe anzusprechen und nicht einfach nur irgendeine Müslifraktion. Ist die Idee gut, setzt ab einem gewissen Punkt eine Mund zu Mund / Blog / kostenlose Medien – Propaganda ein. Erreicht man einen solchen Punkt, hat man zumindest schon mal etwas richtig gemacht.
B) Darüber hinaus ist es meiner Meinung nach wichtig, so schnell wie möglich wertschöpfend am Markt agieren zu wollen. Ein reiner Community Hype, wie dieser aktuell grassiert und ausschließlich auf Werbung und „Nutzern“ basiert und auf zukünftige Gewinne hofft, kann meiner Meinung nach nicht der korrekte und zukunftweisende Weg sein. Für mich muß ein erfolgreiches Konzept auch jenseits der Online – Werbung einen Benefit generieren können, ansonsten kann es meiner Meinung nach nicht dauerhaft selbstständig agieren. Als Kundenbindungsprogramm oder Goodie sind viele Communitys interessant, generieren jedoch auf dem ersten Blick nach wie vor keine Gewinne, sondern immense Kosten. Ausnahmen bestätigen sicherlich die Regel.
Sicherlich, in der Anlaufphase wird viel Kapital verbrannt, gerade wenn man einen großen Player aufbauen will, aber ein wertschöpfendes Ziel sollte von vornherein am Horizont sichtbar oder geplant sein und wie bereits geschrieben, jenseits der Onlinewerbung liegen. Werbung darf ausschließlich ein willkommendes Goodie sein, was Einnahmen generiert, aber nicht die Basis aller Gewinnerwartung sein / werden! Was dann? Nun, zum einen der klassische Verkauf von Gütern aller Art. Provisionsgeschäfte, sprich Vermittlungsgebühren in verschiedener Varianz. Dienstleistung an sich oder aber optimaler Weise eine Kombination verschiedener Benefit generierender Möglichkeiten. Hierbei kann das Kerngeschäft durchaus eine kostenlose Basis besitzen, denn eines ist uns sicherlich allen klar: der „gemeine“ und „private“ Nutzer erwartet in erster Linie, dass das Internet möglichst kostenlos ist. Dazu zähle ich mich selber auch. Auch ich erwarte das Preissuchmaschinen für mich kostenlos den günstigsten Kurs für ein Produkt ermitteln, das Communitys mir einem Mehrwert (und wenn es nur Spaß ist) bringen und eine Vielzahl von gesuchten Daten schnell und kostenlos zur Verfügung stehen. Einige der wenigen erfolgreichen Bereiche, wo ich den Nutzer mit einem „Abo / Kostenbeitrag“ locken kann, ist, wenn es mit Partnersuche oder Sex – Seiten zusammenhängt. Aber selbst da finden sich über unseren bekannten Freund „google“ schnell kostenlose Alternativen.
Die Erkenntnis daran: Den Umsatz / Gewinn muß ich als Betreiber (wenn ich nicht gerade TV’s oder sonstige klassische Waren übers Web verkaufe) anders generieren, ohne hierbei den „normalen“ Nutzer direkt in die Pflicht zu nehmen. Gelder muß ich also auf Umwegen erwirtschaften, um Umsatz und Gewinn zu erzielen, da ich dem klassischen Nutzer nicht in die Taschen greifen darf. Sonst surft mir dieser weg und sucht sich im Netz eine kostenlose Alternative, sofern diese vorhanden ist.
C) Als dritten Punkt sollte man immer die Kosten an sich im Auge behalten. Hierbei ab der ersten Minute auf die Kostenbremse drücken, allerdings ohne das Wachstum zu behindern. Egal ob man „beginnt“, „wächst“ oder am Markt bereits „positioniert“ ist, ich bin der Auffassung, das man keine hohen Kosten für Büroräume (Stichwort: AOK Protzbauten in jedem Dorf) oder eine endlos teure Büroausstattung benötigt. Angenehmes und teambasiertes Arbeitsklima ist auch in „Hinterhöfen“ möglich und spart Gelder. Gerade als Internet-Unternehmen ist es nicht die Fassade der Büroräume die für den Betreiber wichtig sein sollte, sondern die, welche der Nutzer im Netz auf seinem Bildschirm sieht. Die Management Methode „Lean“ sollte sich jeder Unternehmer einmal anschauen und sich gewisse Erfolg versprechende Ansätze für das eigene Kerngeschäft heraus ziehen.
D) Fassade ist auch schon direkt der nächste Punkt in meiner Liste. Neben dem Produkt / der Dienstleistung ist diese meiner Meinung nach ein Entscheidungskriterium für den Erfolg. Je einfache und strukturierter der Auftritt gegenüber dem Kunden ist, um so ehr wird dieser bereit sein, seinen Vorteil im Produkt zu erkennen und zu nutzen. Ist das Produkt noch so brillant, ist der Auftritt dagegen eine Katastrophe, unhandlich oder in x+n Ebenen geschachtelt, verliere der Kunde das Interesse und sucht sich eine Alternative. In der produzierenden Industrie wird hier in der Regel von Visual Management geredet und ich bin der Überzeugung, dass das gerade im Internetmarketing eines der entscheidenden Key Wörter darstellen sollte, wenn auch ein wenig dem Zweck entfremdet. Merke: Einfach aufgebaut und gut strukturiert ist nach wie vor ein Wettbewerbsvorteil und wird nach wie vor von vielen Betreiber und dem Management unterschätzt.
E) Eine wirklich gute Idee sollte direkt ab Start zweisprachig konzipiert sein. Für den deutschen Markt würde für mich in dem Fall deutsch/englisch gelten. Dies gilt natürlich nur, wenn man vor hat das Konzept in naher Zukunft global zu platzieren. Will ich mit meiner Idee nur alle Ärzte / Rechtsanwälte / Autohäuser in NRW ansprechen, so ist das natürlich ein unnötiger Kostentreiber. Ist mein Ziel jedoch alle Segler / Surfer / Musiker / Programmierer der Welt anzusprechen, so ist Mehrsprachigkeit unabdingbar. Zunächst nur den deutschen Markt aus Kostengründen mit dem Konzept zu bedenken, kann schnell zum Rohrkrepierer werden, da wirklich gute Ideen sehr schnell abgekupfert werden. Der Markt ist schnelllebig und genauso schnell verteilen sich die Nutzer. Gerade wenn man global operieren möchte, sollte man dierekt den US Markt mit in den Fokus nehmen.
F) Hinter seiner Idee stehen, in dieser aufgehen und mit dem Gedanken heran zu gehen, sich langfristig eine Grundlage für ein gutes Auskommen zu schaffen. Der Ansatz „schnell gründen“, „schnell verkaufen“, „schnell abkassieren“ ist ein Ansatz, doch ich denke der, den die wenigsten Gründer umgesetzt bekommen. Ebenso damit klar zu kommen, das es keine 8h Tage mehr gibt und auch das Weekend durchaus aus intensiven (interessanten) Arbeitstagen bestehen kann.
G) Die richtigen Partner für die Umsetzung finden.
Es gibt sicherlich noch viele andere Punkte, wenn man am Markt erfolgreich werden möchte. Einer davon ist sicherlich auch, nicht zu machen was alle machen, sondern selber seinen Markt zu finden. Fakt für mich ist jedoch, das das entscheidende Kriterium die Idee an sich darstellt, wenn diese gewinnorientiert umgesetzt werden kann. Dicht gefolgt von der eigentlichen Umsetzung und den richtigen Partnern, denn Fehler in der Umsetzung bedeuten in der Regel immense Kosten, falsche Partner ebenso.
In unserem Projekt haben wir unsere Aufmerksamkeit bisher insbesondere auf die Punkte A) und B) gerichtet und neben Idee und Marketing insbesondere Fokus auf den zukünftigen, wertschöpfenden Prozess gelegt. Für den Rest bestehen nach aktuellen Stand Lösungsansätze, da wir die Umsetzungsphase noch nicht erreicht haben. Der nächste Fokus wird es sein, mit unserem Businesskonzept die richtigen Partner anzusprechen und für uns zu gewinnen. Einen aussagekräftigen Businessplan (ohne 10 Jahre im voraus zu planen und ohne Kerninformationen heraus zu geben) setze ich dabei voraus.
Mr. Pitt
Du hast gerade mein neues Projekt beschrieben :)
Von: biernot am Montag, 21 Juli, 2008
um 16:50
Na solange dein neues Projekt nicht gleich meinem Projekt ist… ;)
Von: Mr. Pitt am Dienstag, 22 Juli, 2008
um 5:29